Lesen Sie interessante Berichte der Jahre 2012 - 2019, aus unserer Kirchengemeinde und unserem Umfeld

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Liebe Auferstehungskirchegemeinde Olsberg-Bestwig,

wenige von Ihnen dürften mich noch mit Nachnamen Nitsch erinnern. Alles anders als gedacht. Ich lese auf Ihrer Homepage den A-Dieu-Artikel meines Abschiedes als Vikar von 2013. Und lache und denke, ach - stimmt! Da stand noch drin, was kommen sollte. Es hätte so kommen können, aber war nicht so. Dallas, Texas stand da, aber es wurde Minden in Ostwestfalen. Nach dem Vikariat war dort Dienst auf Probe. Auch da viele hätte hätte hätte... aber das Leben ist keine Wette oder an die Stirn klopfen, sondern einfach was es ist. Minden war hervorragend geeignet als Übergang in die volle Verantwortung. Das Kollegenteam der St-Martini-Kirchengemeinde dort war so aufgestellt, dass ein breites Spektrum an Erfahrung, eine gute Offenheit für Experimente, die ich der sogenannten City-Kirchenarbeit kosten durfte, mich bereicherten und formen konnten, was in dem Beruf steckt. In der Zeit lernte ich meine heutige Frau kennen. Da Sie in Köln berufstätig ist, war es leichter für mich zu wechseln, als für Sie eine Stelle zu finden. Also ging es: Von Minden nach Köln. Das ist Rheinland, das ist Jeck, das ist hohe Dichte an Menschen mit aber ähnlichen Freuden und Leidensgeschichten. Inzwischen ist ein Mensch in unser Leben geboren, dem wir neue Deutung von Schlaf, Lachen, Leichtigkeit und Anstrengung danken, in allem aber Liebe. Meine Arbeit ist reicher geworden, mit der Erfahrung, der Größe der Gemeinde und den Lücken, die Platz zur Entdeckung bieten und in denen sich bekanntlich Gott gerne aufhält, ist mein Alltag deutlich geprägt. Gelegentlich lese ich, wie es bei Ihnen geht, sehe, dass aus vielen früheren Hätte, eine Art Wegenetz entstanden ist, dass Sie als Gemeinde nach vorne blicken lässt. Ich grüße Sie aus Köln, weiß Gottes Segen bei Ihnen und bei uns und dann und wann, wenn da jemand sagt: hätte... könnte es sein, dass in dem Moment etwas Neues aufbricht.

Viele Freude dabei! Pfarrer Peter Grafe

 

Ein Paradiesvogel und Querdenker

Für den neuen Superintendenten Dr. Manuel Schilling war der Kirchenkreis Soest-Arnsberg die erste Wahl.

Anfang Juni wird Dr. Manuel Schilling (52 Jahre) die Nachfolge von Dieter Tometten (65) als Superintendent des Kirchenkreises Soest-Arnsberg antreten. In einem Interview mit Öffentlichkeitsreferent Hans-Albert Limbrock äußert er sich zu seinen Erwartungen und warum für ihn der Kirchenkreis bei seinem Wunsch nach Veränderung erste Wahl war.

 

Auf Ebene der Landeskirche werden in diesem Jahr zwölf Superintendenten oder Superintendentinnen gewählt. Warum haben Sie sich gerade für Soest-Arnsberg entschieden?
Das hat vor allem historische Gründe. In der nun über 500jährigen Reformationsgeschichte hat gerade Soest eine eigene und wichtige Rolle gespielt und verfügt über eine reiche christliche Kultur. Die vielen gebauten Zeugen der Vergangenheit – das spricht mich an.

 

Also keine Angst vor der großen Tradition vieler Kirchengemeinden? Ganz im Gegenteil. Ich freue mich darauf, in den Dialog mit der Tradition und den Menschen von heute treten zu dürfen.

 

Kannten Sie vor allem Soest vorher schon?
Ja, in der Tat. Als Tourist bin ich mehrfach in Soest gewesen. Ich kann mich sogar noch gut an meinen ersten Besuch erinnern. Damals habe ich als 16-Jähriger meinen Vater, der Pfarrer in Herford war, zum Westfälischen Kirchenmusikertag nach Soest begleitet. Da sind wir vier Tage lang jeden Tag von Herford nach Soest und wieder zurückgefahren. Die Petrikirche ist mir damals noch gut in Erinnerung geblieben und ich habe Soest als eine wunderschöne Stadt erlebt.

 

Wie kam es zur Kandidatur? Passten Stelle und Zeitpunkt jetzt einfach perfekt zueinander?
So kann man das vielleicht sehen. Ich bin bereits seit einigen Jahren Pfarrer in Minden und habe jetzt einfach den Wunsch nach Veränderung gehabt und mich deshalb seit einiger Zeit umgesehen, welche Kirchenkreise passen könnten. Da war Soest-Arnsberg dann einfach erste Wahl. Bei der Wahlsynode in Meschede waren viele über ihre großen Detailkenntnisse überrascht, was den Kirchenkreis angeht.

 

Wo oder wie haben sie sich informiert?
Als feststand, dass ich mich bewerben würde, habe ich sehr viel im Internet recherchiert, Nachrichten aus den verschiedenen Kirchengemeinden gelesen und mit verschiedenen Menschen gesprochen. Das war sehr spannend.

 

Zu Ihrer Familie gehören neben ihrer Frau Béatrice auch fünf Kinder. Mussten sie da viel Überzeugungsarbeit leisten?
Oh ja. Das war sehr intensiv und zum Teil auch kontrovers. Unsere beiden ältesten Kinder sind bereits aus dem Haus und studieren. Ein weiterer Sohn macht im Sommer Abitur und wird dann auch studieren. Bleiben noch zwei Kinder, die überzeugt werden mussten.

 

Und das ist gelungen?
(schmunzelt) Wir arbeiten daran. Wenn man zu einer Wahl mit mehreren Kandidaten antritt, kann man verlieren.

 

Wie sicher waren Sie sich, dass Sie die Wahl gewinnen würden? Natürlich habe ich auf einen positiven Ausgang gehofft, sonst hätte meine Kandidatur ja auch keinen Sinn gemacht. Aber nach der Vorstellungsrunde in der Johanneskirche war ich, das muss ich zugeben, wenig zuversichtlich. Die beiden anderen Kandidaten – Dr. Klein und Dr. Philipps – hatten mich an diesem Abend tief beeindruckt und ich hatte und habe auch heute noch großen Respekt vor ihnen. Direkt nach meiner Vorstellung bei der Wahlsynode in Meschede, als es sehr viel Beifall gab, hatte ich allerdings ein recht gutes Gefühl und habe gedacht: Mensch, das könnte klappen. Dr. Christian Klein, der sich ebenfalls beworben hatte, ist aktuell Synodalassessor und damit Stellvertreter des Superintendenten.

 

Werden Sie versuchen, ihn für eine weitere Amtszeit in dieser Funktion zu gewinnen?
Es würde mich ungemein freuen, wenn er weitermachen würde. Ich weiß seine große Energieleistung beim Vereinigungsprozess zu schätzen. Ich habe Dr. Klein als einen Menschen mit großem Gestaltungswillen und einer absolut verbindlichen Art kennengelernt. Ich glaube, dass wir gut zusammenarbeiten können und dass die gemeinsame Kandidatur keine Belastung ist.

 

Wie würden Sie sich selbst mit wenigen Worten beschreiben? Ich bin vielleicht so etwas wie ein Paradiesvogel; manche sagen vielleicht auch komischer Vogel. Das hat einige bei meiner Vorstellung sicher auch ein wenig verblüfft. Aber dann haben sie gemerkt, dass ich etwas zu sagen habe. Ich versuche, immer authentisch zu sein; mich nicht zu verstellen. Ich bin sicherlich auch ein Querdenker, der nicht immer nur nach dem einfachsten und bequemsten Weg sucht.

 

Wie stellen Sie sich Ihren Start in Soest vor?
Offiziell starte ich ja erst am 01.06.2020 Aber ich werde in den kommenden Wochen bereits häufiger im Kirchenkreis sein. Gleich zu Beginn gilt es, die Sommersynode, die am 20. Juni ist, vorzubereiten. Dazu kommen die großen Themen wie Klimakonzept oder Kindergartenverbünde. Mein Anspruch ist es, möglichst schnell die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kirchenkreises und des Kreiskirchenamtes kennenzulernen und alle Gemeinden zu besuchen; praktisch ein Ritt durchs Land. Und dann möchte ich möglichst viele Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und anderen wichtigen Bereichen treffen.

 

Worauf freuen Sie sich in Ihrer neuen Tätigkeit am meisten?
Dass ich so viele sehr unterschiedliche Menschen kennenlernen werde. Menschen, die in Städten und Dörfern, in der Weite der Soester Börde oder in den Hügeln des Sauerlandes leben. Das wird eine spannende Entdeckungsreise kirchlichen Lebens.

 

Wovor haben Sie den meisten Respekt, vielleicht sogar Angst?

Angst und Furcht sind schlechte Berater. Aber es macht mir schon Sorgen, dass sich die Rahmenbedingungen für uns als Kirche weiter verschlechtern könnten; dass die prognostizierten Veränderungen bei den Mitgliederzahlen zu einer Lähmung führen und den notwendigen Diskurs, welche Prioritäten wir setzen müssen, vergiften können.

 

Dass bedeutet: Sie sorgen sich um die schwindende Bedeutung von Kirche?
Nein, so kann man das nicht sagen. Ich bin vielmehr davon überzeugt, dass Kirche, so klein sie auch werden mag, für das gesellschaftliche Zusammenleben enorm wichtig bleibt und weiterhin viel Gutes bewirken kann. Wir sollten uns deshalb auch in Zukunft von der Freude des Evangeliums und nicht von der Angst regieren lassen.

 

Letzte Frage: Womit beschäftigen Sie sich außerhalb der Arbeit am liebsten?
Ich lese sehr gerne und viel, lese auch gerne vor. Spiele und gucke gerne Fußball und genieße gute Gespräche.
 

Liebe Leserinnen und Leser,

ungezählte Male habe ich als Pfarrer im Gemeindebrief geschrieben. Habe „der Gemeinde“ geschrieben, um Anteil an aktuellen Fragen und Erlebnissen zu nehmen, in der Hoffnung, Interesse zu finden, mit der Absicht, Anstöße für den Glauben und fürs Nachdenken zu geben. Mit diesem Beitrag nun verabschiede ich mich in den Ruhestand.

Für meinen ersten Pfarrbezirk (1981) hatte es noch keinen Gemeindebrief gegeben. So haben wir damals mit ein paar Ehrenamtlichen einen entwickelt. Da es fast kein Geld dafür gab, haben wir das meiste selbst gemacht. Möglichst niedrigschwellig sollte die Gemeinde sich angesprochen wissen, informiert werden, sehen können, was in der Gemeinde passiert. Was haben wir inzwischen in solchen Dingen an Professionalität gewonnen!

Die Gemeinde veränderte sich im Laufe der Jahre. Ich mich auch. Das war weniger programmatisches Ziel gewesen als das Ergebnis aus der aktiven Beteiligung der Vielen heraus. Sie veränderten mit mir zusammen ihre Kirche, hielten sie lebendig, gestalteten sie einladend, ökumenisch und bereit, in der Welt Verantwortung zu übernehmen. Das machte Mut und Spaß!

In einem Gemeindebrief aus meiner nächsten Gemeinde sehe ich die Karikatur von einem Menschen, der an eine Kirchentür klopft und fragt: „Kann ich mal Ihren Gott sprechen?“ Dazu schrieb ich damals: „Was hat denn unser Gott zu sagen, wenn ihn jemand sprechen will? Wie führen wir als Einzelne und als Gemeinde in das Gespräch ein? Gelingt uns, seine Anliegen verständlich und deutlich auszudrücken? Und was ist mit der Kraft, der Hoffnung und den Fragen, die von Gott ausgehen?“ Dann hatte ich den Gedanken weitergesponnen: „Vielleicht hätte ich versuchen sollen, mal Ihren Gott zu sprechen … Der Gedanke, dass der Gott meines Gegenübers selber zur Sprache käme, reizt mich. Was ließe sich in dem Gespräch von Gott erfahren? Welche Kraft, welche Hoffnung, welche Fragen gehen von ihm aus?“

Ich staune, jedenfalls freue ich mich, dass diese Frage, diese Erwartung und das Zutrauen an Gott für mich ihre Kraft nicht verloren haben. In gewisser Weise zeigen sie die Grundlage für all die Veränderungsdynamik, die mir als berufliches Thema treu blieb.

Auch unseren Kirchenkreis Soest-Arnsberg verlasse ich anders, als er zuvor war. Vor allem mit Alfred Hammer, Ihrem früheren Superintendenten, und mit Verwaltungsleiter Bernd Göbert gelang es uns, die vielen gestalterischen Impulse und Kräfte, oft auch die widerstrebenden! zu einem neuen Ganzen zusammenzuführen, dem man viel zutrauen kann. Dass Gott zur Sprache kommt, dass wir und alle, die uns danach fragen, begreifen, was Gott zu sagen hat, dass wir Kraft und Hoffnung daraus schöpfen, dazu soll es dienen. Darauf ist es angekommen und wird es ankommen. Das wünsche ich auch Ihnen!

So grüße ich Sie herzlich und wünsche Ihnen Gottes Segen!

Dieter Tometten, Superintendent

Gemeindebüro und Friedhofsamt

Gartenstraße 2
59939 Olsberg

Tel.:  0 29 62 / 711 4591

Fax.: 0 29 62 / 711 4592

ev.kircheolsberg@dont-want-spam.gmail.com

 

Öffnungszeiten:

Mi.  10.00 - 11.30 Uhr
Do. 15.00 - 18.00 Uhr
Fr.   08.30 - 11.30 Uhr


Das Gemeindebüro bleibt bis auf Weiteres für Besucher geschlossen.
Die Gemeindesekretärin Frau Petra Lück bearbeitet alle ihre Anfragen.
Sie erreichen das Büro unter der Telefonnummer 02962 / 7114591 oder unter der E-Mail ev.kircheolsbergdontospamme@gowaway.gmail.com.

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