Gevelinghausen

Gevelinghausen hat 579 Einwohner (Anfang 2021), von denen 65 evangelisch sind (Stand Mai 2021). „Der Ort wurde etwa 1865 aus der Gemeinde Velmede ausgegliedert und somit eine eigenständige Gemeinde. …
Am 01.07.1969 wurde Gevelinghausen Teil der Stadt Olsberg. … Gevelinghausen liegt an einem Sattel zwischen Elpetal im Westen und Ruhrtal im Osten. Der Ort hat eine Höhe von etwa 380 bis 410 m und ist von Bergen mit einer Höhe von bis zu 700 m umgeben. … Der heutige Ort Gevelinghausen entstand aus einer Siedlung, die zum Gut und späteren Schloss Gevelinghausen gehörte. Erstmals erwähnt wurde der Ort 1277. …
Das von den Rittern von Gevelinghausen erbaute Schloss wurde 1299 erstmals urkundlich erwähnt. Graf Ludwig von Arnsberg tauschte 1299 mit dem Stift Meschede das Rittergut Gevelinghausen gegen das Rittergut Ostwig. … Im Jahr 1562 wurde die Wassermühle in Gevelinghausen erstmals erwähnt. Die Schlosskapelle wurde 1543/44 erstmals genannt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das befestigte Gut kaum beschädigt, der Ort jedoch bis auf zwei Höfe vollständig zerstört. Im Jahr 1632 wurde eine neue Schlosskapelle erbaut … Für die Bewohner des Ortes diente die Kapelle als Pfarrkapelle. (Seit) 1796 war das Gut im Besitz (von) Simon August Freiherr von Wendt-Papenhausen ... Er war der Schwiegervater von Werner-Constantin von Droste zu Hülshoff, dessen Schwester, die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, Gevelinghausen besuchte. Erst nach 1821 wurden aus den bisher dem Gut gehörenden Höfen Erbpachthöfe, die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in den vollständigen Besitz der Bauern übergingen. Die Familie Wendt zog nach dem Erwerb des Gutes Schellenstein ins benachbarte Bigge. Das Schloss in Gevelinghausen blieb bis 1867 unbewohnt. …
1985 wurde das Anwesen aus wirtschaftlichen Gründen von der Familie von Wendt verkauft. In den folgenden Jahren verpachteten die neuen Eigentümer das Schloss an die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, die hier ein Ausbildungszentrum einrichtete, es entstand außerdem ein Schlosshotel.“ (Quelle: Wikipedia) „Infolge eines sensationellen Fundes beim Bau eines Aussiedlerhofs 1961 ist die Ortschaft in die Kulturgeschichte Europas eingegangen. Es wurde eine Bronzeamphore aus dem 8. Jh. v. Chr. entdeckt, die zuletzt, mit Leichenbrand aus dem 5.Jh.v.Chr. versehen, als Urne benutzt worden war. Seit ihrer Restaurierung ist diese Amphore, die Experten als schönstes Bronzegefäß nördlich der Alpen bezeichnen, das Prunkstück im Westfälischen Museum für Archäologie in Münster. Eine exzellente Kopie befindet sich seit 1998 im Olsberger Rathaus.“ (Quelle: www.gevelinghausen.de)

Im Sommer 1990 kam ich, Kerstin Thomas mit meinem Mann und meinen Kindern (damals 6 und 12 Jahre) aus Sachsen (damals gerade noch DDR) hierher ins Sauerland, nach Gevelinghausen. Der Anfang war nicht leicht. Ohne Betreuung (keine Oma und kein Opa) waren unsere Kinder „Schlüsselkinder“, weil wir Eltern voll berufstätig waren, um wirtschaftlich eine neue Existenz im Westen aufzubauen.
Aber es gab eine sehr liebe Nachbarin, die morgens geklingelt hat, damit unsere Tochter pünktlich zum Schulbus kam. Nach kurzer Zeit wusste das ganze Dorf, dass wir arbeiteten und nicht von Sozialleistungen lebten – das wurde anerkannt.
Ein halbes Jahr nach unserem Einzug in Gevelinghausen klingelte es an der Tür, und wir wurden gefragt, ob wir an einer Veranstaltung teilnehmen wollten. Es war der Frauenkarneval. Das war der Einstieg ins Vereinsleben. Von da an fühlten wir uns hier zu Hause. Die Vereine spielen in Gevelinghausen eine wirklich große Rolle.
Die Mitbürger im Dorf gingen erst einmal davon aus, dass wir konfessionslos wären, weil wir aus der DDR kamen, wo die meisten in keiner Kirche waren. Nach einiger Zeit wurden wir gefragt, ob wir evangelisch seien. Schnell wurde positiv anerkannt, dass unsere Kinder schon getauft waren. Im Ort gab es zwar evangelische Kirchengemeindeglieder, von denen aber nicht viel zu spüren war.
Als „Neue“ der Evangelischen Kirchengemeinde Olsberg wurden wir nicht begrüßt, es gab keine Informationen – einfach „Nichts“. Nach sehr langer Zeit wurde Geld gesammelt – der erste Kontakt von der Gemeinde. Da wir kein Geld hatten, fand ich das sehr unangenehm.
Ab und zu war ich im Gottesdienst. Bei Wochenend- und Schichtarbeit und auf ein Auto angewiesen war es schwierig öfter dabei zu sein. Irgendwann habe ich im Gemeindebüro angerufen und gefragt, ob ich mich engagieren kann. Einziges Angebot: Putzen. Obwohl es damals auch eine rege „Kinderarbeit“ gab, wussten wir nichts davon, obwohl wir es dringend gebraucht hätten.

Eines Tages gab es ein Gespräch mit Frau Wandmacher. Sie schlug mich für das Presbyterium vor. Vor der Wahl wurde ich gefragt, warum ich kaum im Gottesdienst zu sehen war. Schicht- und Wochenenddienst.
Nun bin ich Rentnerin. Auch nach meinem Ausscheiden aus dem Presbyterium 2008 engagiere ich mich weiter in der Kirchengemeinde, zum Beispiel als Lektorin in den Gottesdiensten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig es ist, dass Menschen, die neu in die Gemeinde kommen, willkommen geheißen werden. Das ist mir immer noch ein echtes Anliegen. Und ich freue mich auf hoffentlich bald wieder stattfindende und hoffentlich gut besuchte Gottesdienste (mit Singen!) in unseren Kirchen.

Text und Bilder von Kerstin Thomas und Pfr. Dietmar Schorstein

Gemeindebüro und Friedhofsamt

Gartenstraße 2, 59939 Olsberg
Tel.:  0 29 62 / 711 4591
Fax.: 0 29 62 / 711 4592

ev.kircheolsbergdontospamme@gowaway.gmail.com  

Öffnungszeiten:

Do. 15.00 - 18.00 Uhr
Fr.   08.30 - 11.30 Uhr

„Gedanken für die Woche
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Unter der Telefonnummer
02962 / 881687 gibt es eine kurze Andacht der Pfarrer unserer Kirchengemeinde.

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