Velmede

Velmede hat 3268 Einwohner (Stand: Anfang 2020), von denen 354 evangelisch sind (Stand Anfang 2020). Seit dem 01.01.1975 ist der Ort ein Teil der Gemeinde Bestwig.

„Velmede hat seit der Karolingerzeit eine bedeutende Rolle gespielt. Es war Urpfarrei für ein Gebiet, das von Calle bis Brilon und von den Höhen des Arnsberger Waldes bis zum “Assinghauser Grund” reichte. Seinen geschichtlichen Höhepunkt erlebte Velmede zu Beginn des 11.Jahrhunderts unter der Herrschaft der Herren von Rüdenberg, als es zur Freigrafschaft Velmede -auch Freigrafschaft Valme genannt- erhoben wurde. Die urkundlich erste Erwähnung … findet man in der Gründungsurkunde des Klosters Grafschaft durch den Abt des Klosters Siegburg und Erzbischof von Köln, Anno II., im Jahre 1072. In dieser Urkunde wird der Schultenhof und die Kirche zu Velmede dem Kloster Grafschaft und dem Erzbischof von Köln unterstellt. Das tatsächliche Gründungsjahr der Kirche zu Velmede ist um 800 zu vermuten … Durch Abpfarrungen schmolz im späteren Mittelalter die Urpfarrei Velmede immer mehr zusammen, bis sie zu Beginn des vorigen Jahrhunderts die Größe des ehemaligen Amtes Bestwig erreichte.

Politisch verlagerte sich … der Schwerpunkt nach Eversberg, wo 1242 Burg und Stadt errichtet wurden. 1841 wurde Velmede Samtgemeinde, die alle Orte mit Ausnahme der Stadt Eversberg umfasste, aber mit ihr den Amtsbezirk bildete. Der Sitz der Amtsverwaltung wurde noch einmal von Eversberg nach Velmede verlegt. 1886 wurde die Samtgemeinde Velmede wiederum aufgelöst und es entstanden die selbständigen Gemeinden Berlar, Gevelinghausen, Halbeswig, Nuttlar, Ostwig, Ramsbeck und Velmede. Berlar ging später in Ramsbeck und Halbeswig in Velmede auf. Die sechs übrigen Gemeinden bildeten dann den Amtsbezirk Bestwig. 1891 wurde der Amtssitz von Velmede nach Bestwig verlegt. 1975 löste sich im Zuge der Kommunalen Neuordnung der Amtsbezirk Bestwig auf und die Gemeinde Bestwig ohne Eversberg und Gevelinghausen wurde ins Leben gerufen. Zur Erinnerung und im Bewusstsein der geschichtlichen Vergangenheit führt heute die Gemeinde Bestwig das Andreas-Kreuz (blau auf silbernem Schild) in ihrem Wappen. …

(Quelle: Walter Gödde – Ortsheimatpfleger auf www.velmede.info)

Als ich, Bodo Becker, mit meiner Mutter aus Schlesien (Kreis Ohlau) ins Sauerland kam, landete ich zuerst in Oberhenneborn. Dort wurden wir in eine Stube in einem großen Bauernhaus eingewiesen. Mit der Bauernfamilie haben wir (obwohl es früher oft hieß: „Das geht nicht gut zusammen, Flüchtlinge aus dem Osten und Sauerländer.“) heute noch Kontakt. Interessanterweise haben wir bis heute sogar noch Verbindung nach Tschechien zu Menschen, bei denen wir auf der Flucht 1945 untergekommen waren. Ich finde es interessant, dass es entgegen der häufigen Ansicht doch manchmal so gute Kontakte zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen geben kann. Als ich im Sauerland ankam, war ich zwölf Jahre alt.

Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft kam schließlich auch mein Vater zu uns nach Oberhenneborn. Ungefähr drei Jahre war ich dort. Zur Kirche und zum Konfirmandenunterricht ging ich sieben Kilometer nach Dorlar. Nach relativ kurzer Zeit bekam mein Vater eine Lehrerstelle in Velmede. Als am 14.12.1950 die neue evangelische Schule in Velmede eingeweiht wurde, war mein Vater „Hauptlehrer“ dieser Schule und blieb es bis zu seiner Pensionierung. Eine evangelische Schule hatte es in Bestwig seit 1881 gegeben, die aber mit der Kirche am 05.03.1945 bei einem Bombenangriff zerstört wurde. Zuerst blieb der Rest der Familie noch in Oberhenneborn. Dann zogen wir zu Vater nach Velmede. Kurze Zeit ging ich noch in die provisorische evangelische Schule (bzw. Klasse) im Karl-Mostert-Haus. Mein Vater hat mein Abschlusszeugnis unterschrieben. Palmsonntag 1949 wurde ich in der Kirchbaracke in Bestwig von Pfarrer Seewald konfirmiert.

Nachdem ich meinen Beruf bei der Post gefunden hatte, konnte ich eine Familie gründen. Mit meiner Frau habe ich zwei Söhne. Durch meinen Vater gab es von Anfang an eine enge Verbindung zur evangelischen Kirchengemeinde. Als Leiter der evangelischen Schule sowie als Organist und Kirchenchorleiter war er vielfältig im gemeindlichen Bereich tätig. Und das hat unsere Familie sehr geprägt. Meine Frau und ich haben im Kirchenchor gesungen, ich war später Mitglied im Blockflötenkreis der Gemeinde, einige Jahre war ich Presbyter, unser Sohn Armin war zeitweise Organist in der Kreuzkirche und meine Frau ist Mitglied der Frauenhilfe Bestwig. Der Gottesdienst gehört für mich zum Sonntag dazu. Bis vor kurzem gingen meine Frau und ich gemeinsam in die Kirche. Leider muss meine Frau heute gesundheitsbedingt meist zu Hause bleiben. Ein behindertengerechter Zugang wäre hilfreich.

Zeitlebens hat mir das Fotografieren Spaß gemacht. Und so hat es sich ergeben, dass ich im Laufe der Zeit auch viele Fotos von kirchlichen Ereignissen gemacht habe. So habe ich mittlerweile eine recht umfangreiche Sammlung von Fotos aus dem Leben unserer Kirchengemeinde.

Interessant ist vielleicht noch, dass immer schon auch Katholiken in unserem evangelischen Kirchenchor mitgesungen haben. Umgekehrt auch. Später, als es mit der Leitung des Chores bei uns schwierig wurde, haben wir uns als ein ökumenischer „Kirchenchor Bestwig“ zusammengeschlossen.

Ich wünsche mir, dass ich noch eine Weile am Leben unserer Kirchengemeinde teilnehmen kann, und dass auch mehr jüngere Menschen am Leben unserer Gemeinde teilnehmen.

Text von Bodo Becker und Bilder von Pfr. Dietmar Schorstein

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